To Do or not To Do…

 

To Do Listen – wir alle führen sie irgendwann einmal, viele von uns lieben sie. (Besondere To Do Listen Freunde wie ich legen auch To Do Listen darüber an, worüber sie To Do Listen anlegen müssen, aber das ist ein anderes Thema, das besser in einer Selbsthilfegruppe diskutiert werden sollte…)

 

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Aber der grundsätzliche Hype um To Do Listen besteht absolut zu Recht: Sie können unseren Alltag strukturierter, effizienter und damit rundum einfacher machen. Es fühlt sich doch einfach besser an, alle aktuell anstehenden Aufgaben klar vor Augen zu haben, als in der völligen Planlosigkeit durch den Tag zu tappen. So lässt sich immer ein klarer Kopf bewahren und der beste Schlachtplan entwickeln, wann welche Angelegenheiten erledigt werden können. In Hinblick auf die Motivation, auch unliebsame Aufgaben anzupacken, können To Do Listen so einen enormen Nutzen bieten. Und ganz nebenbei verhelfen sie dazu, Arbeitszeit gezielt zu nutzen und Freizeit wirklich entspannt und bewusst zu genießen.

Ja – wenn man sie richtig führt.

Dass ich das ganz offensichtlich nicht tue, habe ich unlängst mit Blick auf meine aktuell anstehenden Aufgaben festgestellt: Zwei Listen – eine für private, eine für berufliche Angelegenheiten – bis auf den letzten Zentimeter vollgekritzelt mit insgesamt 35 Punkten, die zwischen „Irgendwann zu erledigen“, „Dringend zu erledigen“ und „Hätte schon längst erledigt werden müssen – nein, wirklich, jetzt tu doch endlich was!!!“ variierten. Dass solche Listen im besten Fall unbrauchbar und im schlechtesten Fall paralysierend sind, muss ich wohl nicht betonen.

Aber wie führt man denn nun eine klare To Do Liste, die einem wirklich den Tag erleichtert und nicht noch mehr Stress anhäuft?

Seit der beschriebenen, unheilvollen Erfahrung kombiniere ich das Erledigen von To Do Listen am liebsten mit Time-Blocking (Möchtest du zuerst die Grundlagen von Time-Blocking kennenlernen? Dann klick hier!)

Dazu nehme ich meine Liste zur Hand und setze meinen Timer auf 30 Minuten. Anschließend wähle ich aus den akutell gelisteten Aufgaben drei aus, die ich in der nächsten halben Stunde angehen möchte. Dabei wähle ich gerne:

  • eine eher dringende Aufgabe
  • eine kleine, aber aus irgendwelchen Gründen lästige Aufgabe, die ich schon viel zu lange vor mir herschiebe und
  • eine größere Aufgabe, mit der ich einfach einmal beginnen will

Und dann geht es los!

Wenn der Timer 30 Minuten später klingelt, notiere ich, ob ich alle drei Aufgaben erledigen konnte und von der Liste streichen kann, oder ob noch etwas offen geblieben ist. Mal bin ich schon lange vor der Zeit fertig, weil sich die Aufgaben als viel kleiner erwiesen haben, als gedacht und entsprechend rasch erledigt waren. Mal erfordert eine Aufgabe etwas mehr Zeit und eine halbe Stunde reicht dafür einfach nicht aus. Und natürlich stoppt das Leben um uns herum nicht, während wir motiviert und fleißig an unsere To Do Liste arbeiten wollen: dringende Anrufe, KollegInnengespräche, Stromausfälle – mir ist schon alles mögliche passiert, das mich unerwartet aufhält, während im Hintergrund der Timer tickt.

Darüber ärgere ich mich aber nicht! Viel lieber konzentriere ich mich darauf, was ich erledigen konnte, denn manche Aufgaben, die ich ewig aufgeschoben habe, sind plötzlich innerhalb weniger Minuten vom Tisch – ein großartiges Gefühl! Mit der nächsten Zeiteinheit verfahre ich deshalb genauso und wähle wieder drei konkrete Aufgaben, denen ich jetzt meine volle Aufmerksamkeit widmen möchte. Am Ende des Tages dann zu sehen, wieviel ich erfolgreich umsetzen konnte, hat für mich etwas ungemein Motivierendes und lässt mich gestärkt und zufrieden in die Freizeit übergehen. Und letztlich geht es doch nur darum, wenn wir zu bestimmten Zeiten produktiv sein wollen, oder?!

Vielleicht kann dieser kleine Trick ja auch dir verhelfen, deine To Do Liste endlich unter Kontrolle zu bringen – damit wieder du sie bestimmst, und nicht umgekehrt sie dich! 🙂

 


 

Zum Weiterlesen:

Konzentrierter und effizienter Arbeiten mit Time-Blocking

Von expressiven Schreibmethoden und ungeahnten Aha-Momenten in der Wissenschaft

Raus aus dem Alltag – Rein ins Schreiben!

 

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Wage & Beichte

 

„Ich stehe auf Kriegsfuß mit meinen Rohtexten.“

 

Geh einmal kurz in dich und überlege: was kostet dich Überwindung in deinen Schreibprojekten?

Für mich – vielleicht auch für dich?! (Bitte sag ja… 😉 ) – ist das ganz klar, eine Rohtextversion meiner Arbeit herzuzeigen. Eines dieser unausgegorenen Fragmente ohne rechten Anfang und rechtes Ende, in denen der Aufbau noch wirr, die Argumentation lose und die Wortwahl schwammig ist. Das, was man lieber bis auf bessere Zeiten in der Schublade versteckt.

Bei meinen wissenschaftlichen Textarbeiten habe ich deshalb oft Monate gebraucht, um ein neues Kapitel aus der Hand geben und in die kritischen Hände meiner Betreuer legen zu können. Immer wieder habe ich mich darüber geärgert und es doch nicht geschafft, es beim nächsten Mal anders zu machen. Plötzlich war da wieder diese leise Stimme in meinem Kopf, die mich davor gewarnt hat, mich mit einem unausgereiften Text zu blamieren. Dann wüssten meine Betreuer nämlich, dass alle meine bisherigen Ergebnisse nur zufällige, spontane Geistesblitze gewesen waren. Überhaupt nichts dahinter. Und sie würden betroffen nickend zusammensitzen, die harte Wahrheit meiner offensichtlichen Unfähigkeit debattieren und dann gemeinschaftlich beschließen, mir doch – zu meinem eigenen Wohl – das Ausscheiden aus dem Wissenschaftsbetrieb nahezulegen. Schauen Sie, Frau Macho, alles was recht ist, aber so? So hat das doch keinen Sinn…

Jedesmal, wenn ich erste Rückmeldungen zu einem meiner Kapitel einholen wollte, hat sich dieser Film vor meinem inneren Auge abgespult. Die Folge davon? Viele Wochen, in denen ich inhaltlich weitgehend auf mich allein gestellt durch meine geplante Argumentation getappt bin. Und anschließend fast genauso viele Wochen an Überarbeitungsschleifen, in denen ich das Ganze stilistisch auf Hochglanz poliert habe – nur um anschließend eine inhaltliche Anregung zu erhalten, die mich wieder ganz zurück an den Anfang geworfen hat. Verloren die vielen Stunden an Textfeilerei, die ich umsonst investiert hatte.

Aus heutiger Sicht ein fataler Strudel aus Selbstzweifel und Unsicherheit, in den ich mich manövriert hatte. Aber du bist natürlich nicht so! Du hast längst erkannt, wie wertvoll Rohtextversionen sind und wie sie – mit der geeigneten Fürsorge und Feedbackkultur – zu großartigen finalen Versionen reifen können.

Falls nicht, erfährst du hier auf Wage & Schreibe bald mehr dazu. Folge dem Blog doch einfach per Email und erhalte alle neuen Beiträge direkt in dein Postfach!

Denn auch wenn uns erste Textversionen manchmal noch so schrecklich vorkommen: „All good writers write them!“ wie auch Schriftstellerin und Schreibtrainerin Anne Lammott sagt. Nur über diese ersten rohen Entwürfe gelangen wir im nächsten, über-nächsten und über-über-nächsten Schritt zu guten und immer besser werdenden Folgeversionen. Bis die finale Fassung dann alles hat: inhaltliche Prägnanz, klare Argumentation und geschliffene Sprache.

Ich habe jetzt nach vielen Jahren Frieden mit meinen Rohtexten geschlossen, kann sie hegen und pflegen und – im geeigneten, wohlwollenden Rahmen! – sogar schon frühzeitig herzeigen und diskutieren. Und soll ich dir etwas verraten? Es fühlt sich gar nicht mehr so schlimm an!

 


Jetzt geht’s an dich: möchtest du vielleicht auch etwas beichten? Mit welcher Herausforderung hast du in der Vergangenheit gekämpft? Und welche Lösung schlägst du uns anderen vor, denen es vielleicht ganz ähnlich geht? Werde mein Gast auf Wage & Schreibe und teile deine Geschichte mit uns! Wir erzählen es auch bestimmt nicht weiter – versprochen 🙂

„Publish or perish“?! – In 3 Schritten vom Manuskript zur Verlagspublikation. Teil 2

Der erste Schritt am Weg zu deiner Publikation ist geschafft: du hast einen oder mehrere Verlage ausfindig gemacht, mit denen du über dein Projekt ins Gespräch treten willst. (Dieser Schritt ist noch nicht erfolgt? Dann lies doch hier weiter und erfahre mehr dazu, wie du zuerst in der breiten Verlagslandschaft einen für dich passenden Verlag finden kannst.)

Jetzt geht es an die ersten Anfragen und damit an:

Schritt 2: Wie du mit einer professionellen Kontaktaufnahme beim Verlag punktest

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Wenn du dein fertiges Manuskript einem Verlag anbietest, wird dieser einiges prüfen müssen, um eine Entscheidung über die Aufnahme ins Verlagsprogramm treffen zu können. Dazu gehört – neben der fachlichen und sprachlichen Qualität des Textes – nicht zuletzt eine Kalkulation der Produktionskosten, die über die Realisierbarkeit des Projekts entscheiden werden. Willst du dich einem Verlag gegenüber als umsichtige/r AutorIn zeigen und gleichzeitig eine möglichst rasche Entscheidung über deine Anfrage ermöglichen, kannst du deshalb bereits in deiner Kontaktaufnahme die wichtigsten Unterlagen dafür bereitstellen:

1.) Ein kurzes Exposé deiner Arbeit mit folgenden Angaben:

  • Arbeitstitel
  • Abstract deiner Arbeit
  • Angaben zur Art der Publikation (Monographie, Sammelband, Katalog, Dissertation, Habilitationsschrift o.a.)
  • Angaben zum Manuskriptumfang in Form der Gesamt-Zeichenzahl (in der Regel inkl. Leerzeichen sowie inkl. Fußnoten und Bibliographie) und der Gesamt-Wortzahl
  • Angaben zur gewünschten Anzahl an Abbildungen mit einer Ergänzung zur Anzahl von gewünschten Farb- und s/w-Abbildungen
  • Überlegungen zum angepeilten Erscheinungstermin – bedenke in diesem Zusammenhang nicht nur formale Vorgaben wie etwa betreffend der fristgerechten Veröffentlichung einer Dissertation, sondern auch mögliche Jubiläen oder Austellungen, die mit deinem Thema zusammenhängen und als Aufhänger für eine Veröffentlichung dienen können.

2.) Dein vollständiges Manuskript oder jedenfalls repräsentative Auszüge davon. Jedenfalls solltest du das Inhaltsverzeichnis, das Einleitungskapitel sowie ein bis zwei weitere Kapitel mitschicken.

3.) Bei Qualifikationsschriften wie Dissertationen oder Habilitationen sollten auch die entsprechenden Gutachten, in denen die fachliche Einbettung deiner Arbeit in den größeren Forschungsdiskurs ersichtlich wird, nicht fehlen.

4.) Gerade für wissenschaftliche Publikationen ist zuletzt ein Lebenslauf sinnvoll, aus dem dein akademischer Hintergrund hervorgeht und der dem Verlag dazu verhelfen kann, mögliche Anknüpfungen an Programmschwerpunkte, Vertriebsschienen oder Netzwerke zu erkennen.

Die genannten Unterlagen schickst du am besten direkt in das Lektorat/die Programmabteilung des Verlags. Solltest du auf der Verlagswebsite dazu keine direkten Ansprechpartner finden, erkundige dich telefonisch, an wen du deine Unterlagen richten sollst. Danach musst du dich in der Regel ein wenig in Geduld üben: gerade größere Verlagshäuser erhalten täglich eine Vielzahl von Projektanfragen, die geprüft, intern diskutiert und kalkuliert werden müssen, ehe eine verbindliche Rückmeldung an den/die AutorIn erfolgen kann.

Am besten bittest du deshalb bereits in deiner Kontaktaufnahme um eine kurze Rückmeldung, bis wann eine Entscheidung zu erwarten ist. Wenn du die Möglichkeit hast, das persönliche Gespräch im Verlag zu suchen, nutze sie und bitte um einen Termin – viele Fragen und Unklarheiten lassen sich in diesem Rahmen schneller und direkter klären!

Was du dabei berücksichtigen solltest, erfährst du demnächst in Teil 3: Welche Verlagsleistungen und -konditionen du klären solltest, bevor du dich für einen Verlag entscheidest.

Von expressiven Schreibmethoden und ungeahnten Aha-Momenten in der Wissenschaft

 

Wenn ich erzähle, dass ich in meinen wissenschaftlichen Schreibworkshops mit Methoden aus dem Expressiven Schreiben arbeite, ernte ich oft fragende Blicke. „Expressives Schreiben? Das kommt doch sicher gleich nach Impulstanz…“

Aber nein, in meinen Workshops muss niemand das Thema seiner Forschungsarbeit pantomimisch darstellen oder aus Ton formen … zumindest noch nicht!

 

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Expressives Schreiben bezieht sich viel eher auf eine grundsätzliche Haltung, mit der wir uns schreibenderweise die Welt erschließen – sowohl die unseres Forschungsgegenstandes, als auch die unseres eigenen Gehirns. In Studien kann gezeigt werden, dass neue Informationen besser verarbeitet, gedanklich verknüpft und abgespeichert werden, wenn wir sie nicht nur als nüchterne Fakten betrachten, sondern uns erlauben, sie mit unserer emotionalen Gedankenwelt in Verbindung zu bringen. Denn ob wir wollen oder nicht: Emotionen begleiten uns unbewusst in jedem Augenblick unseres Lebens, auch beim wissenschaftlichen Arbeiten.

Das kann Freude sein, weil wir eine neue Informationen unerwartet mit bereits vorhandenem Wissen verknüpfen können. Es kann Frust sein, weil wir etwas einfach nicht verstehen oder uns eingestehen müssen, dass wir bereits erworbenes Wissen wieder verloren haben. Es kann Erstaunen über eine vielversprechende Lücke sein, die uns bisher nicht aufgefallen ist.

Als Forschende begleiten uns solche Mikrogedanken und -erkenntnisse am laufenden Band – und verschwinden ebenso schnell wieder in den Tiefen unseres Unterbewusstseins.

Aber was wäre, wenn wir uns dieses Metawissen zu Nutze machen könnten, um uns von ihm tiefer in unsere unterbewusste Gedankenwelt führen zu lassen – dorthin, wo die wirklichen Schätze verborgen liegen?

Expressives Schreiben tut genau das: es hilft essentielle, aber oft unbewusste Beobachtungen, Überlegungen oder Assoziationen für dein Bewusstsein zugänglich zu machen. Indem du über kurze expressive Texte deine eigene Arbeit begutachtest und deine Gedanken dazu hinterfragst, gelangst du zu einem Sammelsurium an innovativen Überlegungen, denen weiter nachzugehen sich lohnt.

„Okay, okay“, sagst du, „expressives Schreiben ist total super, ich hab’s verstanden! Aber wie geht das denn jetzt?“

Zu Beginn könntest du einmal versuchen, deinen nächsten Arbeitstag mit dem Beantworten dreier kurzer Fragen abzuschließen.

Wie bin ich heute mit meiner Arbeit vorangekommen?

Wo konnte ich schon auf bestehendes Wissen aufbauen?

Welche neuen Inhalte haben mich überrascht?

Diesen Fragenkatalog kannst du natürlich beliebig erweitern und dir so am Ende jedes Arbeitstages neue Perspektiven auf deine Forschungsarbeit ermöglichen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem der folgenden Satzanfänge?

Am liebsten wäre mir…

Wann immer ich…

Es macht mir Sorgen, dass…

Wenn ich mir vorstelle…

Nächste Woche will ich…

Ich weiß nicht, warum ich bisher nie daran gedacht habe, aber….

Ich könnte doch einmal…

Stolz macht mich…

Gerade fällt mir auf…

Dabei kannst du selbst entscheiden, wieviel Zeit du dir zur Beantwortung der Fragen nimmst und wie ausführlich du werden willst. In jedem Fall solltest du in ganzen Sätzen schreiben und nicht nur knappe Stichworte notieren.

Du wirst sehen, wie eine solche lockere Schreibhaltung dir verhilft, ins „Plaudern“ zu kommen – und genau dort wird es spannend!

Sicher kennst du doch den Moment, wenn dir im Gespräch über eine schwierige Angelegenheit (vielleicht einen Streit oder eine wichtige Entscheidung) plötzlich eine Einsicht glasklar vor Augen steht. Fragen, die du tagelang in Gedanken gewälzt hast, finden ganz selbstverständlich eine Antwort. Und dazu muss dein Gegenüber noch nicht einmal aktiv beigetragen haben – nur das schrittweise Aufdröseln und Nacherzählen deiner Gedanken hat diese geistige Klarheit mit sich gebracht.

Beim Schreiben passiert genau das selbe – und oft wirst du am Ende einer solchen kurzen Schreibübung überrascht sein, welche neuen Erkenntnisse zu deinem Forschungsmaterial, zur Literatur oder zu spannenden, thematischen Verknüpfungen oder Ungereimtheiten dir beim Schreiben gekommen sind.

Deshalb mein Tip: Versuch, expressives Schreiben zu einem möglichst regelmäßigen Begleiter deiner wissenschaftlichen Arbeit zu machen. Das bedeutet nicht, dass du dich täglich mit stundenlangen Schreibübungen aufhalten musst. Aber besonders, wenn du deine Gedanken und Überlegungen über einen längeren Zeitraum festhältst, wirst du wiederkehrende Fragen ausmachen und so Schritt für Schritt zu einem größeren Gedankenkonstrukt ausbauen können – und kannst dann deine FachkollegInnen mit wirklich innovativen Ideen überraschen 🙂

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

 


 

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Samstagabend-Produktivität

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Wenigstens gibt es Wein … 😉

 


 

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„Publish or perish“?! – In 3 Schritten vom Manuskript zur Verlagspublikation. Teil 1

Die Forschungsarbeit ist geleistet, dein Manuskript endlich im Fertigwerden. Jetzt soll es daran gehen, den Schritt in die Welt hinaus zu setzen: du suchst einen Rahmen, in dem du deine Ergebnisse publizieren kannst.

Aber wie sollst du das angehen…?!

 

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Ganz am Beginn steht freilich die Frage, in welcher Form deine Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen: ob als separate Beiträge in Sammelbänden oder Zeitschriften, ob rein elektronisch (etwa auf academia.edu), ob im Eigenverlag oder bei einem Fachbuchverlag. Die Entscheidung darüber kann von Publikationsprojekt zu Publikationsprojekt unterschiedlich ausfallen. Sie sollte aber auf jeden Fall an erster Stelle stehen, wenn du ans Publizieren denkst.

Im weiteren Verlauf dieser Beitragsserie werde ich dir den speziellen Publikationsweg über einen Fachbuchverlag näherbringen – erfahrungsgemäß eine komplexe und recht respekteinflößende Form, deine Arbeit zu veröffentlichen. Denn anders als etwa bei der Publikation eines einzelnen Beitrags in einem Sammelwerk musst du dich hier intensiver mit Fragen zu Verlagswahl, Finanzierung und Leistungen auseinandersetzen und zahlreiche Entscheidungen selbst treffen. Aber das muss gar nicht so einschüchternd sein, wie du vielleicht glaubst: denn wie diese Schritte ganz reibungslos ablaufen können, erkläre ich dir hier!

 

Schritt 1: Wie du einen für deine Publikation geeigneten Verlag findest

 

Nur wenige Verlage arbeiten heute noch nach einem Bauchladenprinzip – viel eher sind die meisten auf eine bestimmte Produktschiene spezialisiert. Auch bei Fachbuchverlagen ist das nicht anders. Gerade hier geht die Spezialisierung in der Regel sogar noch weiter: Naturwissenschaften, Sprachen, Geschichte, Psychologie, Kunst, Recht, Medizin, Informatik, Theologie – für die verschiedensten Disziplinen gibt es einschlägige Verlage. Versuch daher in einem ersten Schritt auszumachen, welche Verlage in deinem persönlichen Fachumfeld aktiv und renommiert sind. Schau dich in den Bibliotheken deines Fachbereichs um und versuche wiederkehrende Verlage auszumachen, recherchiere in den Publikationslisten von KollegInnen deiner Disziplin, achte auf Verlagspräsenzen bei einschlägigen Tagungen, Messen und Veranstaltungen. So bekommst du ein erstes Gefühl dafür, welche Verlage in deinem Fachumfeld präsent sind und auch für deine Publikation in Frage kommen könnten.

Hast du einen ersten Eindruck der in deiner Disziplin führenden Verlage bekommen, studier einmal im Detail deren Websites und Online-Shops. Welche Programmbereiche finden sich dort? Wieviele andere Titel aus deinem unmittelbaren Themenumfeld gibt es im Verlagsprogramm? Stößt du auf bekannte und etablierte AutorInnen deines Fachnetzwerks? Beobachtungen wie diese helfen dir, die programmatische Ausrichtung eines Verlags besser zu verstehen und ein Bild dafür zu bekommen, ob dein Titel dort in ein passendes Umfeld eingebettet sein könnte. Denn genau danach solltest du suchen!

 

Warum das so wichtig ist, hat mehrere Gründe:

1.) Auffindbarkeit und Reichweite: Wo zahlreiche Publikationen zu einem übergeordneten Themenbereich erscheinen, dort informieren sich auch InteressentInnen dieses Themenbereichs über neue Publikationen. Gut möglich, dass dein Werk so jemandem ins Auge sticht, der gar nicht gezielt danach gesucht hätte!

2.) Marketing und Vertrieb: Einem Verlag fällt es leichter, deine Publikation zu bewerben und zu vertreiben, wenn ihm dafür bereits die geeigneten Mittel und Wege zur Verfügung stehen. So wird ein Verlag dein Buch etwa in einschlägige Themenprospekte aufnehmen können, ihn auf Büchertischen oder Messeständen platzieren oder im Anzeigenbereich anderer Verlagspublikationen bewerben. Das geht aber nur, wenn dein Titel Teil eines Programmschwerpunkts des Verlags ist, der entsprechend intensiv betreut werden kann.

3.) Renommée: Verlag XY ist angesehen und gilt in deinem Fachumfeld als professioneller Partner für Publikationen? Namhafte, andere AutorInnen deiner Disziplin haben bereits dort veröffentlicht? Mach dir zu Nutzen, dass die Einbettung deines Titels in ein solches Umfeld Prestige mit sich bringt und positiv auf die Wahrnehmung auch deiner Publikation abfärben kann.

 

Mithilfe dieser Anregungen kannst du eine erste Auswahl von Verlagen zu treffen, die für deine Publikation in Frage kommen könnten. In weiterer Folge wird es nötig sein, deren jeweilige Verlagsleistungen zu ermitteln, Verlagsangebote einzuholen und so die für dich und deine Anliegen ideale Zusammenarbeit zu finden.

Wie du die ausgewählten Verlage nun gezielt kontaktierst und so in das Gespräch über Leistungen und Angebot trittst, erfährst du demnächst in „Teil 2: Wie du mit einer professionellen Kontaktaufnahme beim Verlag punktest“.

 


 

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„Writers‘ retreat“ ist wohl das Zauberwort in der Welt der Schreibenden. Noch nie gehört und erinnert dich höchstens an eine neue Shampoo-Marke? Dann aufgepasst, denn writers‘ retreats haben es in sich!

 

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Aber zuerst noch einmal zurück zum Anfang: ein writers‘ retreat, der „Rückzug für Schreibende“ bezeichnet einen meist mehrere Tage dauernden Schreibaufenthalt mit dem Ziel, ein oder mehrere Projekt(e) voranzubringen. Das kann alleine oder in einer Gruppe sein, in der Stadt, den Bergen, am Meer oder an einem beliebigen anderen Ort, einen Tag oder mehrere Wochen lang – den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Was in der Welt des creative writing schon gang und gäbe ist, wird für berufliche und wissenschaftliche Schreibprojekte noch eher selten genutzt. Aber das bedeutet ja nicht, dass man einen writers‘ retreat deshalb nicht in Angriff nehmen dürfte! Denn mit der richtigen Planung kann ein solcher Aufenthalt jedes Schreibprojekt um Lichtjahre voranbringen – und fühlt sich ganz nebenbei noch wie Urlaub an 🙂

Warum und wozu das Ganze überhaupt?

Ein writers‘ retreat empfiehlt sich, wenn dir daheim, im Büro oder der Bibliothek langsam aber sicher die Decke auf den Kopf zu fallen beginnt. Das kann verschiedenste Gründe haben, aber die Folgen sind meist dieselben: das Vorankommen in deinem Schreibprojekt verläuft schleppender, du lässt dich immer wieder ablenken und bist zunehmend frustriert über den geringen Ertrag deiner Arbeit. Da kann ein writers‘ retreat ganz neuen Schwung und Motivation bringen. Denn hier wirst du fokussiert und strukturiert das Maximum aus einer begrenzten Arbeitszeit herausholen – ein schreibender Sprint sozusagen!

Die optimale Dauer

Am besten planst du für einen writers‘ retreat für berufliche oder wissenschaftliche Schreibprojekte die Dauer von einem verlängerten Wochenende ein, d.h. etwa drei bis fünf Tage. Warum gerade diese Dauer? Drei bis fünf Tage sind perfekt, um etwa ein kleines, abgeschlossenes Textprojekt zu bearbeiten – und gleichzeitig begrenzt genug, um unter moderatem (!) Zeitdruck zu arbeiten.

Wo? Wohin? Woher?

Sich zu Hause einzubunkern und sich mit voller Aufmerksamkeit einem Schreibprojekt widmen zu können, ist doch einfach herrlich. Erinnerst du dich noch, als du dich so das letzte Mal mehrere Tage lang ungestört deiner Arbeit widmen konntest?

Ja…ich auch nicht…😐

Das ist eben das Schwierige in unserem Alltag: sich für mehrere Tage auszuklinken, um sich ganz fokussiert einer – und nur einer – Sache widmen zu können, ist in der Regel eine Illusion, die nie Realität wird. Daher braucht es mitunter eine physische Veränderung, einen nicht nur ideellen sondern ganz realen Rückzug aus dem alltäglichen Umfeld. Nicht jede Woche, aber eben ab und zu einmal!

Die Lösung des Problems? Nutz deinen writers‘ retreat um wegzufahren! Eine Autostunde entfernt von zu Hause hast du zu vielen Verpflichtungen, die im Alltag an dir zerren, schon mehr Distanz und fühlst dich nicht für alles (mit-)verantwortlich. Du wirst sehen, dass „Ich bin jetzt mal weg!“ nicht nur viele Forderungen um dich herum leiser drehen kann, sondern auch auf deine eigene Wahrnehmung Wunder wirkt.

Such dir ein nettes und günstiges Hotel, Air B’n’B, eine Frühstückspension, einen Bauernhof oder was auch immer dich anlacht (meinen ersten writers‘ retreat habe ich zum Beispiel hier in einem ehemaligen Kloster verbracht) und genieße, dass du dich ein paar Tage lang wirklich ungestört deinen Projekten widmen kannst.

Und was jetzt?

Okay, die wichtigsten Eckdaten sind geklärt: der Termin deines writers‘ retreat ist im Kalender fixiert, die passende Unterkunft gefunden. Jetzt geht es ans Vorbereiten deines Aufenthalts.

Überleg und entscheide am besten noch zu Hause an welchem/n Textprojekt/en du gezielt arbeiten wirst. Achte aber darauf, dass du dich hier nicht übernimmst: mit einer 30 Punkte langen To-Do-Liste in deinen writers‘ retreat zu kommen, kann schnell lähmend wirken. Besser, du konzentrierst dich auf einige besonders wichtige oder besonders störrische Arbeiten, die du jetzt bezwingen willst. So kommst du mit Stolz und einem Erfolgshoch zurück!

Unterteil die geplanten Projekte auch bereits vor deiner Abreise in möglichst klare Aufgaben-Häppchen. Wo willst du neue Informationen recherchieren? Wo Literatur lesen und exzerpieren? Welche Kapitel oder Textteile willst du neu formulieren, welche überarbeiten, welche Korrektur lesen? Je genauer du dir überlegst, welche Aufgaben anstehen, desto besser kannst du einen Fahrplan für deinen Aufenthalt entwickeln – und erfolgreich absolvieren.

Denk auch daran, welche Unterlagen (Bücher, Notizen, Ausdrucke, Papier, Stifte,…) du vor Ort benötigen wirst. Nichts ist ärgerlicher als – an der Destination angekommen – feststellen zu müssen, dass dir unentbehrliche Unterlagen fehlen, um die geplante Arbeit wirklich anpacken zu können!

Wie du im writers‘ retreat Produktivität mit Leichtigkeit verbindest

Wir spulen vor zu deinem ersten Tag im writers‘ retreat: wie fühlt sich das an? Du hast dir eine nette Unterkunft ausgesucht, vielleicht mit einer ruhigen Terrasse, einem verträumten Garten, einer Bibliothek oder einem Kaminzimmer, in dem das Feuer knistert. Jetzt bist du topmotiviert und würdest von deinem lieb gewonnenen, neuen Arbeitsplatz am liebsten gar nicht mehr aufstehen – schließlich hast du dir viel vorgenommen und der Aufenthalt soll so produktiv wie möglich werden!

Aber halt: auch im writers‘ retreat lauert, wie überall, die Gefahr, dich beim Arbeiten auszubrennen. Nutz daher am besten die Time-Blocking-Technik, um deinen Arbeitstag zu strukturieren und dein Arbeitspensum zu kontrollieren. Wie das geht, erfährst du hier!

Der Abschluss deines Aufenthalts

Am Ende eines writers‘ retreats nehme ich mir gerne noch ein wenig Zeit, um die geleistete Arbeit zu evaluieren und das solltest du auch tun. Hake auf deiner To-Do-Liste ab, welche Aufgaben du erfolgreich erledigen konntest. Notiere dir bei den noch offenen Punkten, warum du sie nicht geschafft hast – vielleicht lag es einfach an fehlender Zeit, vielleicht haben sich aber auch unerwartete Hürden gezeigt? Frag dich auch, ob sich wichtige, neue Erkenntnisse ergeben haben. Oder hast du festgestellt, dass manche Aufgaben doch nicht so wichtig sind, wie ursprünglich gedacht? Notier dir alle entsprechenden Überlegungen und schaff dir damit eine Rutsche zum gezielten Weiterarbeiten zu Hause.

Anschließend kannst du in einem kurzen persönlichen Text festhalten, wie dir der Aufenthalt gefallen hat. Beschreibe was dir gut getan hat, aber auch was vielleicht (noch) nicht optimal gelaufen ist. So kannst du von Mal zu Mal deinen writers‘ retreat besser nach deinen persönlichen Vorstellungen ausrichten und nutzen!

 

Zusammenfassung

  • Nimm writers‘ retreats als willkommene Abwechslung zum Arbeiten im gewohnten Umfeld und öffne so ungeahnte, produktive Schleusen.
  • Zieh dich dafür bewusst aus dem eigenen Alltag zurück – physisch wie mental.
  • Eine ideale Dauer sind drei bis fünf Tage – kontrollier doch einmal in deinem Kalender, wann du ein solches Zeitfenster in den nächsten Monaten freischaufeln könntest?
  • Nutz vor Ort die Time-Blocking-Technik, um deine Zeit zu strukturieren und bis zuletzt motiviert und fit zu bleiben.

 


 

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